
Dokumentationen haben einen Sinn, wo seltenes, wertvolles Quellengut
gefährdet und oft schwer erreichbar ist. Ebenso können sie
der Verbreitung interessanter Forschungsfakten dienen. Aber sie
haben auch die Funktion der Reinigung, wo all zu subjektive Vorurteile
walten. Diese Zwecke sollen hier in einem Kunst- und Kulturbereich
erfüllt werden, wo es noch viele Schätze zu heben und
bewahren gilt.
Angesichts einer krisengeschüttelten Welt, wo schrumpfende Kulturkassen
nach Paradigmenwechsel schreien, soll diese Idee nichts
weiter als ein unbeirrtes Apfelbäumchen sein. Jedenfalls will sie mit
diesem Geist empfangen und gemessen werden und nicht an den
mitunter preisintensiven Formen und Mitteln, derer sie sich auf Grund mangelnder
öffentlicher Unterstützung zu ihrer Realisierung zwangsläufig
bedienen muß.
Johann Friedrich Walther, Organist der Berliner Garnisonkirche, während Joachim Wagner dort seine größte Orgel baute und einer der bedeutendsten Orgelsachverständigen seiner Zeit, hat mit dieser Schrift ein Dokument hinterlassen, daß zu den wichtigsten und kompetentesten Quellen zur Kunst Wagners zählt.
Das Werk ist nur noch vereinzelt in wenigen großen Bibliotheken greifbar, wobei das wegen einiger Details besonders wertvolle Exemplar der Staatsbibliothek Berlin (sowie zahlreiche andere Orgelquellenschätze und Forschungsergebisse) erst zu Beginn der 1990ger Jahre durch einen notorischen Kriminellen, der in ein Berliner Orgelbuchprojekt eingebunden war, gestohlen wurde.
Daß der Titel in diese Reihe aufgenommen werden konnte, ist der Universitätsbibliothek Halle zu verdanken, die ihr Exemplar großzügig als Vorlage reproduzierte. Der - im Unterschied zu dem g. Berliner Exemplar - darin nicht enthaltene Orgelriß wurde einer anderen Quelle entnommen und dem Faksimile hinzugefügt.


