
Dokumentationen haben einen Sinn, wo seltenes, wertvolles Quellengut
gefährdet und oft schwer erreichbar ist. Ebenso können sie
der Verbreitung interessanter Forschungsfakten dienen. Aber sie
haben auch die Funktion der Reinigung, wo all zu subjektive Vorurteile
walten. Diese Zwecke sollen hier in einem Kunst- und Kulturbereich
erfüllt werden, wo es noch viele Schätze zu heben und
bewahren gilt.
Angesichts einer krisengeschüttelten Welt, wo schrumpfende Kulturkassen
nach Paradigmenwechsel schreien, soll diese Idee nichts
weiter als ein unbeirrtes Apfelbäumchen sein. Jedenfalls will sie mit
diesem Geist empfangen und gemessen werden und nicht an den
mitunter preisintensiven Formen und Mitteln, derer sie sich auf Grund mangelnder
öffentlicher Unterstützung zu ihrer Realisierung zwangsläufig
bedienen muß.
"Der Fall Hohenofen" dokumentiert einen spektakulären Vorgang der Orgelbaugeschichte des 19. Jahrhunderts, der durch die Zusammenarbeit zwischen dem Berliner Orgelbauer Friedrich Marx und dem berühmten preußischen Baumeister Carl Friedrich Schinkel zustande kam, die in Hohenofen den Bau einer Orgel zur Folge hatte, deren Gehäuse ganz aus Gußeisen gefertigt war.
Das Instrument war Gegenstand zahlreicher begeisterter, aber auch vernichtend kritischer Besprechungen, wobei sich besonders der gefürchtete Neuruppiner Orgelrevisor Friedrich Wilke profilierte, dessen Aktivitäten schließlich dazu führten, daß die Orgel wieder verschwand.


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