
Dokumentationen haben einen Sinn, wo seltenes, wertvolles Quellengut
gefährdet und oft schwer erreichbar ist. Ebenso können sie
der Verbreitung interessanter Forschungsfakten dienen. Aber sie
haben auch die Funktion der Reinigung, wo all zu subjektive Vorurteile
walten. Diese Zwecke sollen hier in einem Kunst- und Kulturbereich
erfüllt werden, wo es noch viele Schätze zu heben und
bewahren gilt.
Angesichts einer krisengeschüttelten Welt, wo schrumpfende Kulturkassen
nach Paradigmenwechsel schreien, soll diese Idee nichts
weiter als ein unbeirrtes Apfelbäumchen sein. Jedenfalls will sie mit
diesem Geist empfangen und gemessen werden und nicht an den
mitunter preisintensiven Formen und Mitteln, derer sie sich auf Grund mangelnder
öffentlicher Unterstützung zu ihrer Realisierung zwangsläufig
bedienen muß.
Die "Sammlung einiger Nachrichten ... " wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zusammengetragen und 1757 bei Carl Gottfried Meyer in Breslau verlegt. Trotz mitunter auftretender Überlieferungsfehler dürfte sie zu den unverzichtbaren Dispositions-Sammelquellen aus jener Epoche gehören, zumal sie auch Details enthält, die in keiner anderen Quelle zu finden sind. Der besondere Wert des hier neu herausgegebenen Exemplars der Staatsbibliothek Berlin ergibt sich aus dem ergänzenden handschriftlichen Anhang, der in keinem anderen noch greifbaren Exemplar wiederkehrt und hier erstmals gedruckt wiedergegeben wird.
Das Werk ist nur noch vereinzelt in wenigen großen Bibliotheken greifbar. Daß der Titel in diese Reihe aufgenommen werden konnte, ist der Musikabteilung der Staatsbibliothek Berlin zu verdanken.

Eine der
wertvollsten
Dispositions-
sammlungen
aus dem
18. Jahrhundert,
die weit über
100 bedeutende
Dispositionen
und zahlreiche
Angaben über
die Orgeln
und deren
Erbauer
enthält.
Übertragung für den
Neudruck: Susann Kuß