Das »Orgelhandbuch Brandenburg« erfüllt in seiner
Gesamtheit die Funktion eines Komplettinventars noch
erhaltener Orgeln im Land Brandenburg, ist also nicht
literarisch, sondern als öffentliches Nachschlagewerk
angelegt, das einen raschen und vollständigen Überblick
gewährt. Dabei wurde ganz bewußt eine Form gewählt, die
sich elementar auf das Wesen der Sache, also auf die äußere
Erscheinung, die Dispositionsgestalt, sowie wesentliche
Veränderungen und historische Momente beschränkt, soweit
diese zum Zeitpunkt der Untersuchung erkenn- und
nachvollziehbar waren.
Die Notwendigkeit einer solchen Arbeit ergab sich
insbesondere aus der Tatsache, das die Orgel in allen
bisherigen Bestandsaufnahmen von Kultur- und
Kunstdenkmälern nur einen kaum oder gar nicht beachteten
Teilaspekt darstellt, welcher der Bedeutung dieses
Universalkunstwerkes aus heutiger Sicht in keiner Weise
gerecht wird. Nach nunmehr 25jähriger historiographischer
und substantieller Erschließung der »Orgellandschaft
Brandenburg« ist eine Erkenntnissituation entstanden, die
diesen Mangel endlich auszugleichen vermag und darüber
hinaus eine umfassende und vergleichende Betrachtung
zuläßt, die in dieser Form bisher unmöglich war.
Daraus ergibt sich, das wir es landesweit mit einem Erbe zu
tun haben, dessen Reichtum und Vielgestaltigkeit denen
angrenzender Bundesländer in jeder Beziehung ebenbürtig
und in mancher Hinsicht unvergleichlich ist. Die
systematische Erfassung und Darstellung dieser klingenden
Kulturschätze ist ein unverzichtbarer Schritt auf dem Weg zu
deren Bewahrung, Pflege und Belebung.
Der Aufbau des Werkes nach Landkreisen ergab sich
einerseits aus der hohen Gesamtzahl von Instrumenten und
andererseits aus der relativen kulturellen und
kulturpolitischen Eigenständigkeit jeder der 14 Regionen,
wovon 13 etwa über die gleiche Anzahl Orgeln verfügen, die
in je einem Band darstellbar sind. Lediglich der Anteil in der
Uckermark ist größer, weshalb dafür 2 Bände konzipiert
wurden. Je nach Intention können die sukzessive
erscheinenden 15 Bände unter lokalen Gesichtspunkten
einzeln oder - unter synoptischen Aspekten - auch als
Gesamtheit genutzt werden.
Unter den angeführten Voraussetzungen, dem Aspekt des
faktologischen Reichtums und raschen geschichtlichen
Wandels, dadurch gelegentlich auftretender Fehler und der
damit verbundenen häufigen Aktualisierungsnotwenigkeit lag
es nahe, auf bibliophile Ansprüche gänzlich zu verzichten und
stattdessen den Charakter des dokumentierenden Arbeits-
und Werkstattbuches zu wählen. Wolf Bergelt, 2005
Weitere Bände erscheinen Ende 2010
Angermünde, St. Marien, Joachim Wagner (Berlin), 1742/44